Wanderung zur Olperer Hütte im Zillertal

Eine wunderschöne Wanderung, die einen mit toller Aussicht belohnt: vom Schlegeis-Stausee zur Olperer Hütte.

Schon oft hatte ich die Bilder auf Instagram gesehen: jemand steht oder sitzt auf einer Hängebrücke, im Hintergrund ein türkisblauer Bergsee und ein sagenhaftes Alpenpanorama – so gelangte dieser Spot auf meine Bucketlist. Als wir dann die Planung für unsere Reise ins Zillertal vornahmen, passte es natürlich, dass der Schlegeis-Stausee, von dem diese Wanderung startet, keine Stunde von unserem Hotel entfernt war.

Die Wanderung – ein Überblick

Die Olperer Hütte liegt auf 2.388 m Höhe im Zillertal und bietet einen fantastischen Ausblick auf den Schlegeis-Stausee, der auf etwa 1.800 m Höhe liegt. Dementsprechend muss man für die Wanderung mit fast 600 Höhenmetern rechnen, was schon anstrengend sein kann. Die Hütte hat in der Regel in den Sommermonaten ab Juni geöffnet. Wir sind Mitte Juni hochgewandert und hatten Glück, dass die Hütte vor wenigen Tagen aufgemacht hatte, da zuvor noch zu viel Schnee gelegen war. Etwas naiv hatten wir an so etwas gar nicht gedacht – aber wir hatten ja Glück. Unweit der Hütte befindet sich die weltberühmte Hängebrücke; aber dazu nachher mehr.

Diese Dauer müsst ihr einplanen

An sich sind es nur 3,9 km, die man ab dem Einstieg am Stausee hinter sich legen muss. Das Schild am Einstieg beschreibt eine „Gehzeit“ von 1,5 Stunden, was geübte und sehr fitte Wanderer aus meiner Sicht hinkriegen können, wir sind es aber etwas langsamer angegangen und haben den Aufstieg in knapp 2,5 Stunden hinter uns gebracht – einige Fotostops und kleinere Pausen haben da ihr übriges getan. Die Fotostops braucht ihr auch unbedingt, denn die Aussicht ist an vielen Stellen atemberaubend.

Der Schlegeis-Stausee – los geht’s

Der Start der Wanderung ist am Schlegeis-Stausee, der an sich schon eine tolle Sehenswürdigkeit ist. Am Stausee gibt es einen großen Parkplatz, der, als wir dort waren, nicht sonderlich gefüllt war. Wir waren aber wie gesagt im Juni, als in den höheren Lagen immer noch Schnee lag. Im Juli und August wird das wohl anders aussehen. Die Straße zum Stausee ist bereits ein kleines Highlight – in Serpentinen schlängelt sie sich etwa 15 Minuten bis zum Stausee, dazwischen durchfährt man einige Tunnel, die an alte Bergwerke erinnern. Zu beachten ist: die Schlegeis-Alpenstraße ist eine Mautstraße, die Fahrt hat uns 9 € gekostet. Zudem ist sie recht schmal, wodurch sie nur einseitig befahrbar ist. Man muss an einer Schranke warten; alle 15 Minuten können dann die Autos durchfahren.

Wir parken am Stausee und machen erst mal einen kleinen Spaziergang über die Staumauer. Von den angrenzenden Bergen sprudeln kleine Wasserfälle in den See, wenn die Sonne rauskommt, leuchtet der See türkisblau. Auch für Abenteurer ist dieser Ausflug übrigens was: an der Staumauer gibt es einen Klettersteig und eine Zipline. Rund um den See gibt es auch ein paar Restaurants, wir machen uns aber dann recht zügig auf den Weg zum Einstieg, den wir erst etwas suchen müssen. Wir haben nämlich recht weit vorne geparkt, so dass wir über 20 Minuten am See entlang laufen, bis wir zum etwas unscheinbaren Einstieg zum Wanderweg gelangen. Er befindet sich etwa auf mittlerem Weg den See entlang auf der rechten Seite. Ein Schild zeigt bereits die Olperer Hütte.

Fotospot

Zuvor haben wir noch einen Fotostop eingelegt, denn auch der Weg entlang des Sees bietet schon tolles Material. Wenige Minuten vor dem Einstieg befindet sich am See eine kleine Wiese mit einer Bank, von der man eine tolle Sicht hat.

Über Stock und Stein – der Weg nach oben

Es geht zunächst ein kleines Stückchen durch den Wald – geschont wird man aber bereits hier nicht. Über Stock und Stein geht der Weg bereits jetzt aufwärts. Die Steine sind etwas uneben, von dem her ist eigentlich fast auf dem gesamten Weg Trittfestigkeit und gutes Schuhwerk gefragt. Schon nach wenigen Minuten sind wir etliche Höhenmeter vorangekommen. Der Wald lichtet sich und wir sehen das erste Mal den See unter uns – bereits jetzt ein toller Anblick, der mit jedem Höhenmeter noch besser wird.

Es sind auch ein paar andere Wanderer unterwegs, wir werden sogar recht früh von einem netten Herrn überholt, mit dem wir in ein kurzes Gespräch kommen. Er arbeitet aktuell auf der Hütte und muss jeden Morgen den Weg nach oben wandern und jeden Abend wieder nach unten. Die Hütte ist nur per Fuß erreichbar, einmal im Monat werden Lebensmittel per Helikopter geliefert. Wahnsinn – nach dem Weg nach oben noch zu arbeiten! – wir zollen ihm Respekt und er geht weiter. Sein Tempo macht uns deutlich, dass er diesen Weg tatsächlich nicht zum ersten Mal geht…

Der erste Schnee und einige riskante Stellen

Es geht nicht lange und wir treffen auf erste Schneefelder. Schon jetzt sehen wir, dass an einigen Stellen, die noch vor uns liegen, noch ganz schön Schnee liegt und die Überquerung dieser Schneefelder nicht ganz ungefährlich ist. Etwas später kommen uns bereits einige Wanderer entgegen, die umgekehrt sind, weil sie es für zu gefährlich halten. Im Nachhinein: mit etwas Trittfestigkeit und Vorsicht waren die Schneefelder für uns kein Problem, unser Schuhwerk war jetzt auch nicht unbedingt gut geeignet für Schnee. Mit Wanderschuhen und -stöcken sollte das kein Problem darstellen.

Entlang des Wasserfalls mit Traumaussicht

Entlang des Weges sieht man immer wieder einen Wasserfall in die Tiefe fließen. Man kommt auf etwa der Mitte des Weges direkt am Wasserfall vorbei, der mit mächtigem Tosen an uns vorbeirauscht. Auch von hier hat man einen tollen Blick auf den See – und wenige Minuten später sieht man auch zum ersten Mal die Olperer Hütte. Am „Olpererhüttenblick“ steht eine Bank, an der wir kurz Rast machen.

Wasserfälle und kleine Bachläufe: Die Hochebene im Juni

Wenig später haben wir den anstrengendsten Teil hinter uns. Wir kommen auf einer Art Hochebene an, der letzte Teil wird flacher. Aber auch hier offenbart sich uns eine wundervolle Natur: überall gibt es kleine und große Bachläufe, die von Wasserfällen gespeist werden; Felsen finden sich überall in verschiedensten Formen und Größen – wenn man es nicht besser wüsste, man könnte dieses Fleckchen Erde auch mit Island verwechseln. Nun ist es nur noch ein kleiner Anstieg, dann erreichen wir das Ziel unserer Wanderung: die Olperer Hütte.

Die Olperer Hütte: famose Aussicht und die berühmte Hängebrücke

Begrüßt werden wir gleich von ein paar Ziegen, die hier frei herumlaufen und ebenfalls die Aussicht genießen. Zudem treffen wir hier auch auf unseren Bekannten von weiter unten – der ist schon fleißig am Arbeiten. Bevor wir nun irgendwas anderes machen, stärken wir uns erst einmal an der Hütte mit einer deftigen Brotzeit auf der Terrasse. Es sind noch einige andere Wanderer da, ein Mädchen spielt auf seiner Gitarre – es ist in diesem Moment Bergidylle pur. Wir müssen richtig Glück haben, denn auf meiner Recherche vorab habe ich auch andere Beschreibungen gelesen, als die Hütte überfüllt war und man keinen Platz mehr bekommen habe – in der Hochsaison ist sie weiß Gott kein Geheimspot mehr.

Es sind noch einige andere Wanderer da, ein Mädchen spielt auf seiner Gitarre – es ist in diesem Moment Bergidylle pur auf der Olperer Hütte.

Fotospot

Nach dem Essen gehen wir die paar Meter um die Hütte herum zur Hängebrücke. Glücklicherweise ist gerade nur ein anderes Paar dort, so dass wir uns gegenseitig fotografieren. Die Brücke ist nur ein paar Meter über dem Boden bzw. dem Bachlauf, die Perspektive täuscht extrem. Zum Fotografieren muss man ein paar Meter weiter oben an den Rand des Bachlaufs stehen, um die beste Perspektive zu erhalten.

Danach machen wir uns so langsam an den Abstieg. Es geht den gleichen Weg zurück über Stock und Stein nach unten. Glücklich kommen wir nach etwa 2 Stunden unten an – mit vielen Eindrücken und einem tollen Tagesausflug im Gepäck geht es zurück zu unserem Hotel.

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